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Raumentwicklung Montafon

Die Region Montafon ist mit der Bitte an das Land Vorarlberg herangetreten, sie bei der regionalen Entwicklung in ähnlicher Weise zu unterstützen, wie das in anderen Regionen Vorarlbergs erfolgt. Ein wichtiger Fokus dabei war von Beginn an das Thema Mobilität. Kairos wurde 2008 mit einem Vorprojekt dazu beauftragt.



Kurzbericht der wichtigsten Aktivitäten im Jahr 2009

  

Fachplanung Mobilität

Der Prozess "Raumentwicklung Montafon" startete in der ersten Jahreshälfte 2009 ganz im Zeichen der Mobilität. Vier Fachbüros - drei Verkehrsplaner und ein Städtebauer - waren eingeladen, ihre Vorstellungen kurzfristig sinnvoller Maßnahmen und langfristig notwendiger Visionen bis Juni zu formulieren. Im Fokus standen dabei die vier mobilitätsspezifischen Ziele:

 

1) Entlastung der Anrainer von Lärm und Abgasen

2) Klimaschonende und effiziente Mobilität

3) Unabhängigkeit von Ölpreissteigerungen

4) Langfristig sichergestellter Zugang zu Mobilität auch für sozial Schwache

 

Mitte Juni wurden die eingereichten Konzepte in der erweiterten Steuerungsgruppe intensiv diskutiert und das Büro "superwien - architektur & städtebau" in weiterer Folge damit beauftragt, die eingereichten Visionen zu konkretisieren und drei "lokale Mobilitätsräume" zu planen. Zusammen mit der Steuerungsgruppe wurden aus den Einreichungen außerdem 28 sofort umsetzbare Mobilitätsprojekte abgeleitet, von denen 22 ab 2010 mit verschiedenen Partnern umgesetzt werden. Damit erfüllt die Fachplanung Mobilität in besonderer Weise den Anspruch des Raumentwicklungsprozesses Montafon, das Spannungsfeld zwischen visionären Ansätzen und konkreten Schritten aufzubauen und auch auszuhalten. Ohne die technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit der langfristigen Visionen detailliert ausgearbeitet zu haben, können die daraus bereits resultierten Anforderungen an heutige Projekte abgeleitet werden. Umgekehrt formuliert dürfen heutige Projekte nicht in Widerspruch zu den langfristigen Zielen stehen. Eine kurze Beschreibung der Mobilitätsprojekte findet sich im Anhang.

 

Zentrales Element der Mobilitätsprojekte wird die Wanderausstellung „Mobilität“ sein, die in Kooperation mit den Montafoner Museen zwischen April und Juli 2010 in den 10 Gemeinden des Tals zu sehen sein wird. Sowohl historische Zugänge zum Thema Mobilität also auch Ideen und Visionen für die Zukunft stellen die Kerninhalte der Ausstellung dar. Ein begleitendes Rahmenprogramm im öffentlichen Raum soll zusätzlich sicherstellen, dass die Bevölkerung gut in den Prozess eingebunden wird.

 

Integration von Großprojekten

Eine große Herausforderung für die Raumentwicklung Montafon war 2009 die Integration von Großprojekten. Speziell mit der Illwerke Gruppe und der Silvretta Montafon ist die Zusammenarbeit ergänzend zu den Steuerungsgruppen bislang gut gelungen: Beide Unternehmen wurden über mehrere Abstimmungstreffen in den Prozess integriert und haben im Zuge dessen die auszuarbeitenden Konzepte  aufgegriffen aber auch ihrerseits geplante Maßnahmen mit Vertretern von Raumentwicklung Montafon offen diskutiert.

 

Bisher wurde aus dem Amt der Vorarlberger Landesregierung einerseits die Abteilung Straßenbau für die Koordination des mittelfristigen Straßenbauprogramms und andererseits das Ressort für allgemeine Wirtschaftsangelegenheiten mit den Bereichen Tourismus und Verkehr eingebunden.

 

 

Monatliches Bürgermeistertreffen

Die Steuerungsgruppe des Raumentwicklungsprozesses setzt sich aus allen Bürgermeistern des Tals, drei Vertretern der Verwaltung des Standes Montafon und Vertretern der Fachabteilungen im Amt der Vorarlberger Landesregierung zusammen und versammelt sich monatlich zu einem ca. dreistündigen Arbeitstreffen in einer der Gemeinden. Neben den in Angriff genommenen Fachplanungen bieten diese Abstimmungen ausreichend Platz, auf aktuelle Themen im Tal zu reagieren sowie Projekte der einzelnen Gemeinden zu diskutieren. Das Einüben eines vertrauensvollen und kooperativen Umgangs dabei liegt der wertvollen Kultur der Treffen zugrunde.

 

Einbindung der Gemeindevertretungen

Die Einbindung der GemeindevertreterInnen des Tals in den Prozess Raumentwicklung geschieht über die Bürgermeister und zusätzlich ein bis zwei Mal im Jahr über die Projektleiter. Wie bereits im Herbst 2008 wurden auch dieses Jahr alle Gemeindevertretungen besucht, um über die Ergebnisse aus 2009 und Vorhaben für 2010 zu berichten und eingehend zu diskutieren. Ab Februar 2010 werden zusätzlich zwei Gemeindeverteter aus jeder Gemeinde in die wirkungsorientierte Diskussion regional bedeutender Projekte in Form des "talweiten Projektdialogs" eingebunden.

 

Öffentlichkeitsarbeit gestartet

In der begleitenden Kommunikation des Prozesses wurde darauf geachtet, wichtige Inhalte qualitätsvoll zu transportieren. 2009 wurden wesentliche Eckpunkte vorbereitet: die Entwicklung der Wort-Bild Marke – mit Bezug auf die erste urkundliche Erwähnung des Tals als "val ille - Tal der Ill". Parallel dazu wurde ein zweiköpfiges Redaktionsteam etabliert, welches sich bereits in die Besonderheiten des Tals und wesentliche Inhalte des Prozesses Raumentwicklung eingearbeitet hat.

 

Neben regelmäßiger Berichterstattung im Standpunkt Montafon fanden Interviews mit den einzelnen Bürgermeistern zu den inhaltlichen Schwerpunkten statt, die einen bunten Überblick über die verschiedenen Aspekte des Prozesses Raumentwicklung geben.  Die Wichtigkeit der Interviews lag darin, ohne gesteuerte Kommunikation und vorformulierte Zitate, individuelle Sichtweisen auf den Prozess zu sammeln. Die bisher in den Gemeindeblättern veröffentlichten Interviews können auf der in Vorbereitung befindlichen Homepage in ihrer Gesamtheit nachgelesen werden. 

 

Mittlerweile liegen interessante Zwischenergebnisse vor, sodass fundiert über Projekte berichtet werden kann: Anfang Jänner wurde auf Radio Vorarlberg ein zweimal achtminütiger Beitrag über Raumentwicklung Montafon gesendet, für Mitte Februar ist ein erster Fernsehbericht geplant. Die Homepage wird Ende des ersten Quartals 2010 online gestellt.

 

Homepage mit wichtigen talweiten Initiativen

Die Homepage zum Prozess Raumentwicklung Montafon wurde nicht als Insellösung konzipiert, sondern war Anstoß, um im Rahmen der Homepageüberarbeitung des Standes Montafon, alle größeren talweiten Initiativen zeitgemäß unter einem web-technischen Dach zu präsentieren. Dahingehend wird die für Raumentwicklung erstellte Homepage auf die gleichen programmtechnischen Lösungen zurückreifen wie der künftige Internetauftritt des Standes Montafon, der Montafon Museen und anderer wichtiger Akteure im Tal. Somit kam es nicht nur zu einer Kostenaufteilung, sondern auch zur Entwicklung interessanter Synergieeffekte bereits in der Projektumsetzung.

 

Jugend

In einem ersten Zusammentreffen der Projektleitung mit der offenen Jugendarbeit Montafon wurde der laufende Prozess vorgestellt und mögliche Kooperationen in der Projektumsetzung 2010 diskutiert. Neben konkreten Angeboten für Jugendliche im Bereich Elektromopedtestwochen wird die offene Jugendarbeit vor allem im Bereich Raumwahrnehmung - ein neues Fachplanungsthema mit Start 2010  - eingebunden. Darüber hinaus ist die Teilnahme eines Jugendlichen in der talweiten Projektdialoggruppe geplant.

 

Talweiter Projektdialog

Eine besondere Herausforderung stellt der mit Jahresanfang 2010 initiierte talweite Projektdialog dar. Ziel dieser Initiative ist das vorausschauende und umfassende Diskutieren größerer Projekte bereits in der Planungsphase. Um sich einen möglichst gesamthaften Blick über die Projekte zu verschaffen, setzt sich die Gruppe aus GemeindevertreterInnen aller Gemeinden zusammen und verbindet bewusst Menschen unterschiedlichster Professionen. Als Grundlage für die Wirkungsdiskussion dienen die im Vorprojekt erarbeiteten Leitsätze für das Montafon. Der Wirkungsbereich des Raumentwicklungsprozesses geht somit weit über die im Zuge dessen umgesetzten Forschungs- und Pionierprojekte hinaus. Wenn es über den gemeinsamen Projektdialog gelingt, die elementaren Projekte des Tals vorab breit zu beleuchten und daraus folgend über die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung zu entscheiden, könnten die in den Leitsätzen formulierten Ziele Schritt für Schritt die Wirklichkeit verändern.  

 

Weitere Fachplanungsthemen

Nach einer ersten Sammlung von weiteren wichtigen Fachplanungsthemen manifestierten sich die zwei Themen "Beherbergung" und "Raumwahrnehmung" als besonders interessant. Eines der beiden wird im 2. Quartal 2010 aufgegriffen und zeitgleich mit entsprechenden Vorbereitungen begonnen. Wichtig ist in diesem Fall, dass sämtliche Aktivitäten auch mit anderen Fachplanungsthemen gekoppelt werden, um mögliche Synergieeffekte mit bereits laufenden oder geplanten Themen nutzen zu können.

 

Im Thema "Beherbergung" soll noch einmal die derzeit verfolgte Strategie "mehr gewerbliche Betten" für das Montafon aufgegriffen und mit der derzeitigen Situation verglichen werden. Das Thema birgt  potentiell Konfliktstoff,  weil insbesondere durch die sonst übliche Finanzierung von Hotelanlagen versteckte Zweitwohnsitze und Ferienwohnungen multipliziert werden können. Das geringe Echo auf Qualifizierungs- und Professionalisierungsbestrebungen im Privatzimmer-Bereich soll nun genauer untersucht und die aktuelle Struktur des Montafons nicht unhinterfragt umgewandelt werden.

 

Im Thema "Raumwahrnehmung" wird die schwelende Diskussion rund um Architektur, Ästhetik und die bauliche Entwicklung sowie kulturlandschaftliche Eigenheiten des Montafons aufgegriffen. Bereits im Rahmen der Wanderausstellung Mobilität wird dieses Thema – in Zusammenarbeit mit dem Heimatschutzverein Montafon  - Gewichtung bekommen. Der öffentliche Raum soll dabei bewusst mit der Ausstellung bespielt werden.


Auftraggeber:
Abteilung Raumplanung im Amt der Vorarlberger Landesregierung, Bürgermeister des Montafons

Begleitung:
KAIROS Wirkungsforschung und Entwicklung gGmbH
Kirchstraße 35  6900 Bregenz
T +43 5574 54044 F +43 5574 54044-99 E info@kairos.or.at

Kontakt:
Mag. Johann Vallaster

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