Obergantschierweg 31, Bartholomäberg

Zeitgemäßes Weiterbauen in alter Substanz - ohne einen Kontrast zur einer bedürfnisorientierten Weiterentwicklung darzustellen.

Das Haus am Obergantschierweg 31, Bartholomäberg, ist in mehrfacher Hinsicht ein bemerkenswertes Projekt. Hervorzuheben ist die permanente Nutzung der Liegenschaft, die im Alltag eine intensive Nutzung durch eine fünfköpfige Familie bedeutet – dennoch waren die Bauherren zu Kompromissen bereit, um die Substanz in ihrer Essenz zu erhalten und zu würdigen. Mutige Entscheidungen wurden etwa mit dem hinterlüfteten Boden in der Küche oder der Belüftungssituation im Bad getroffen. Gute Planung und ein reflektiertes Nutzerverhalten können gängige Klischees darüber, was möglich ist oder nicht, leicht entkräften. Alt und neu finden in diesem Objekt sehr stimmig zueinander, wenn auch manche Entscheidungen, wie die dominante Verwendung von Weißtanne in der Stube beispielsweise oder das Weglassen der historischen Farbigkeit an der Fassade (Fensterläden), hinterfragt werden dürfen. Hervorzuheben war uns hier die zeitgenössische Perspektive der Bauherren. Das Objekt zeigt vorbildhaft, dass ein zeitgemäßes Weiterbauen in alter Substanz möglich ist und dabei der pragmatische Ansatz einer bedürfnisorientierten Weiterentwicklung, wie er baukulturell Tradition hat, keinen Kontrast dazu darstellt.

Jury

  • Barbara Keiler, Bundesdenkmalamt – Abteilung für Vorarlberg
  • Verena Konrad, vai Vorarlberger Architektur Institut
  • Thomas Mennel, Architekt
  • Raimund Rhomberg, Bauforscher

Jurykommentar: Verena Konrad

Plakat Obergantschierweg 31, Bartholomäberg

Montafoner Baukultur 2015 - Obergantschierweg 31, Bartholomäberg

Montafoner Baukultur 2015 - Obergantschierweg 31, BartholomäbergMontafoner Baukultur 2015 - Obergantschierweg 31, Bartholomäberg

Montafoner Baukultur 2015 - Obergantschierweg 31, BartholomäbergMontafoner Baukultur 2015 - Obergantschierweg 31, Bartholomäberg